Filmtest Dezember - Vorne ist verdammt weit weg

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte

Inhalt:
Der siebenfache Vater Johann Griesmaier (Peter Lohmeyer) arbeitet als Chauffeur und macht alles um seine Familie über Wasser halten zu können. Als er durch ein Missgeschick, das sein gutmütiger Nachbar Erwin Pelzig (Frank-Markus Barwasser) verursacht mehrere Wochen im Krankenhaus liegen muss droht die Arbeitslosigkeit. Um seinem Nachbarn zu helfen springt Pelzig als Chauffeur ein und kutschiert von nun an den einflussreichen Großindustriellen Eduard Bieger (Philipp Sonntag) von Termin zu Termin. Als Pelzig die Probleme der Firma seines Chefs mitbekommt möchte er in all seiner Gutmütigkeit helfen. Nun ist der frischgebackene Chauffeur allerdings sehr tollpatschig und hat eigentlich keine Ahnung davon wie man eine Firma leitet respektive diese aus der Krise holt. So entsteht ein ziemliches Chaos und am Ende scheint die Tatsache, dass Pelzig gar keinen Führerschein hat das kleinste Problem zu sein.

Kritik:
Erwin Pelzig ist die bekannteste Schöpfung des Kabarettisten Frank- Markus Barwasser und zugleich auch die erfolgreichste. Nun könnte man meinen, dass „Vorne ist verdammt weit weg“ ein ganz einfacher und sehr banaler Versuch ist mit wenig Aufwand noch mehr Kapital aus dieser Kunstfigur zu schöpfen, aber wenn man den Film gesehen hat weiß man, dass man sich hierbei durchaus Mühe gegeben hat und darüberhinaus werden auch noch aktuelle wirtschaftliche Themen am Schopf gepackt. Eine Wirtschaftskomödie mit einem fränkischen Tollpatsch in der Hauptrolle, die den Zuschauer nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Erwin Pelzig wird von Barwasser so liebevoll in Szene gesetzt und auf die Leinwand transferiert, dass man sich sehr schnell in die Figur hineinversetzen kann. Der Film schneidet immer wieder absolut zutreffende Weisheiten an, die zunächst im Humor des Filmes untergehen, aber dennoch nachhaltig im Gedächtnis verweilen. Die weiteren bekannten Schauspieler wie Peter Lohmeyer oder auch Christiane Paul wären eigentlich gar nicht nötig gewesen runden das ganze aber gekonnt ab. Pelzig kritisiert alle aktuellen Probleme unserer Wirtschaft in einem Film – das ist wirklich bemerkenswert. Egal ob Outsourcing, Stellenabbau oder Anlegerdruck alles wird angesprochen und auf Pelzigs ganz besondere Art behandelt. All das macht „Vorne ist verdammt weit weg“ zu einem Film, dem man nur wünschen kann, dass er auch weit über die bayerischen Grenzen hinaus Erfolg haben wird.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg