Tom Cruise, Tom Wilkinson, Carice van Houten, u.v.a.
Drehbuch:
Nathan Alexander, Christopher McQuarrie
Inhalt:
Der im Afrika-Feldzug schwer verwundete Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg steht loyal zur Heimat, Volk und Vaterland. Doch als Europa und die halbe Welt in Flammen aufgehen und er um die Massenmorde und Verbrechen Hitlers weiß, ist auch von Stauffenberg sicher, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist und sein ganzes Volk ins Verderben führen wird. Der überzeugte Patriot begreift, dass Werte wie Ehre und Gerechtigkeit bedeutungslos geworden sind, dass Soldaten und ganze Völker sinnlos geopfert werden und sein Vaterland in eine ungeheure, umfassende Katastrophe steuert. 1943 schließt er sich einer Widerstandsgruppe an: Offiziere, Diplomaten, Aristokraten und Christen, vereint durch einen Ehre- und Wertekodex aus militärischem Gehorsam, tiefem Glauben und Visionen nationaler Größe. Mit der genialen Strategie Hitlers eigene Notfallplanung - die sogenannte „Operation Walküre“ - zu nutzen, planen diese Verschwörer den Führer zu beseitigen, sein Regime zu stürzen und die Schlüsselressorts der Reichsführung mit ihren Männern zu besetzen. Für das Schicksal von Millionen Menschen setzen sie ihr eigenes und das Leben ihrer Familien aufs Spiel. Nach mehreren fehlgeschlagenen Attentatsversuchen möchte von Stauffenberg den Angriff auf Hitler selbst verüben. Er soll mit einer mit Sprengstoff präparierten Aktentasche in der „Wolfsschanze“ stattfinden. Seine Bombe detoniert und von Stauffenberg kann Richtung Berlin fliehen. In der Überzeugung, dass Hitler getötet wurde, beginnt „Operation Walküre“ anzulaufen...
Kritik: Gerüchte, Publicity und schlechte Nachrede musste sich dieser Film schon gefallen lassen. Kann ein bekennender Scientologe einen Helden des deutschen Widerstandes spielen? Kann man als Deutscher einen Tom Cruise als Stauffenberg auf der Leinwand ertragen? Doch prinzipiell ist die Frage nach der Qualität des Films nicht aufgrund derartiger Außenfaktoren von vornherein geklärt. Operation Walküre ist wahrscheinlich kein Historiendrama, das lange nachwirken wird. Noch ist der Film ein Flop, wie viele mutmaßen. Stattdessen ist er durchaus ein resoluter Film, der an wichtigen deutschen Originalschauplätzen gedreht wurde und über eine detailgetreue Aufarbeitung der Geschichte um Stauffenberg bemüht ist. Prinzipiell fokussiert der Film sich auf eine starke psychologische Studie der wichtigsten Männer um Hitler, die einen Putschversuch planen. Kriegsszenarien und Kriegsatmosphäre sind in diesem Film maximal im Ansatz zu bemerken. Dies ist auch kein Nachteil, denn der Spannungsbogen ist auf Bürogespräche, die Kommunikation der Männer und deren Verbindung zueinander aufgebaut. Ein klarer Pluspunkt für den Film, der trotz bereits klaren Endes eine interessante Spannungsebene zwischen Zuschauer und filmischer Kulisse konstruiert. Zusätzlich hatten die Autoren Christopher McQuarrie und Nathan Alexander lange in Archiven gestöbert, was dazu geführt hat, dass die Uniformen und Abzeichen geschichts- und detailgetreu nachgebildet wurden. Doch was sind die negativen Seiten des Films? Hier spielt dann doch die Erwartungshaltung des Zuschauers eine Rolle. Der Zuschauer sieht einen leuchtenden, perfekt konstruierten Helden: Stauffenberg - verkörpert von Tom Cruise. Alle seine Kollegen und seine Mitverbündeten haben Ecken und ihre charakterlichen Schwächen, doch Stauffenberg nicht. Er opfert sich komplett für die Mission auf. Dass seine Familie (die das Attentat und die Nachwirkungen überlebte) wahrscheinlich zu Tode kommen könnte, nimmt er ohne große Emotionalität hin. Eine der prägnantesten Filmszenen ist, als Stauffenberg durch seinen Vorgesetzten Fromm zum Hitlergruß aufgefordert wird. Er streckt provozierend seinen handlosen Arm zum Gruß aus. Eine Sequenz, die trotz der verrufenen Figurenkonstellation nachwirkt... Ein Film von Regisseur Singer, der trotz vieler kontroverser Diskussionen berührt. Akribische Recherchen, keine Geschichtsfälschung... Eine angestrebte innerdeutsche Revolte, die leider nicht positiv ausgeht. Eine tickende Zeitbombe, die Hitler und sein Regime hätte stoppen können. Und wenn sie explodiert, ist man als Zuschauer trotzdem eingenommen vom Spannungsbogen. Kein grandioses Historiendrama, kein Meilenstein der Filmgeschichten aber ein Ansatz und eine weitere Perspektive zur Zeit des Dritten Reiches. Ein Film, der allein wegen seiner Detailtreue und seiner dargestellten Originalschauplätze sehenswert ist.