Filmtest Februar - John Rambo

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte

Inhalt:
Der mittlerweile doch etwas gealterte John Rambo (Sylvester Stallone) hat sich in den Norden Thailands, nahe der birmanischen Grenze zurückgezogen. Dort verdient er sich als Fischer und Schlangenfänger seinen Lebensunterhalt in einer bescheidenen Behausung am Fluss. Eines Tages wird er von einer Gruppe von Missionaren aus Amerika gebeten, sie Flussaufwärts nach Birma zu bringen, um die dort gelegenen Flüchtlingslager zu versorgen, in die sich das von der birmanischen Armee gewaltsam unterdrückte und getötete Bauernvolk der Karen zurückgezogen hat. Zunächst lehnt Rambo jedoch ab, denn die Reise ist aufgrund von verminten Landwegen und dem scharf bewachten Fluss zu gefährlich für ihn und die Gruppe. Letztendlich kann ihn jedoch die Missionarin Sarah (Julie Benz) überreden und Rambo bringt die Gruppe flussaufwärts in das birmanische Kriegsgebiet. Zwei Wochen später jedoch wird er von einem Pastor aufgesucht, der berichtet, dass die Gruppe vom birmanischen Militär in ein Lager gebracht wurde und dort gefangen gehalten wird. Er bittet Rambo, eine Gruppe engagierter Söldner nach Birma zu schiffen, die die gefangenen Missionare retten soll. John Rambo, der dem töten abgeschworen hatte weiß, dass er gebraucht wird und schließt sich dem Söldnertrupp an. Eine gefährliche Rettungsmission in der Hölle des birmanischen Dschungels beginnt.

Kritik:
Zwanzig Jahre ist es her, dass Actionstar Sylvester Stallone das letzte mal in die Rolle von John Rambo geschlüpft ist. Mit „John Rambo“ beendet „Sly“ mit knapp 60 Jahren und ein paar Kilos mehr auf den Rippen seine zweite große Filmserie, nachdem er vor einem Jahr die Kritiker mit der letzten Episode von „Rocky“ positiv überraschen konnte. Doch im Vergleich zu „Rocky Balboa“ muss „John Rambo“ klar den kürzeren ziehen. Das Setting basiert wie auch in den anderen Teilen auf wahren Konflikten und bietet somit eine Menge interessanten politischen Zündstoff. Allerdings ist die Hintergrundgeschichte mit der die blutigen Unterdrückung der birmanischen Rebellen durch die Armee leider vernachlässigbar. Letztendlich läuft alles doch auf die Massenschießereien und Tötungsszenen hinaus. So sterben in den knapp 90 Minuten rund 236 Schauspieler und es wurden wahrscheinlich mehr Kunstblutkonserven gebraucht als es Dialogzeilen gab. Für das Blutvergießen ist diesmal aber hauptsächlich das birmanische Militär verantwortlich und nicht Rambo, der das Kämpfen eigentlich aufgegeben hatte. Das Feindbild der bösen birmanischen Armee wurde gleich zu Beginn des Films durch eine Art Nachrichtenreport, der grausame Foltermethoden und tödliche Spiele mit den Gefangenen zeigt klar definiert. So soll wohl dafür gesorgt werden, dass der Zuschauer kein Mitleid mit den von Rambo getöteten Soldaten hat. Für eine flaues Gefühl in der Magengegend sorgt der Film aber schon das ein oder andere mal. Vor allem als ein birmanisches Dorf überfallen wird und die Armee etliche Dorfbewohner, darunter auch Frauen und Kinder brutal niedermetzelt läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter. Die Schießereien an sich sind recht spektakulär inszeniert und Fans der „Rambo“- Serie werden mit diesem Finale nicht enttäuscht werden, wer die drei Teile davor schon nicht mochte der wird den vierten Teil wohl auch nicht allzu lieb gewinnen. Die Figur der Ein- Mann-Armee John Rambo war nun mal schon immer stark polarisierend. Warum jedoch knapp zwei Hektar Urwald den Dreharbeiten zum Opfer fallen mussten, kann ich beim besten Willen nicht verstehen, aber Rücksichtnahme für seine Umwelt kann man von John Rambo wohl nicht erwarten.

Punkte:

Autor: David Habermann