Inhalt: Der mittlerweile
doch etwas gealterte
John Rambo
(Sylvester Stallone)
hat sich in
den Norden Thailands, nahe
der birmanischen Grenze zurückgezogen.
Dort verdient er
sich als Fischer und Schlangenfänger
seinen Lebensunterhalt
in einer bescheidenen Behausung
am Fluss. Eines Tages wird
er von einer Gruppe von Missionaren
aus Amerika gebeten,
sie Flussaufwärts nach Birma
zu bringen, um die dort gelegenen
Flüchtlingslager zu versorgen,
in die sich das von der
birmanischen Armee gewaltsam
unterdrückte und getötete
Bauernvolk der Karen zurückgezogen
hat. Zunächst lehnt
Rambo jedoch ab, denn die
Reise ist aufgrund von verminten
Landwegen und dem scharf
bewachten Fluss zu gefährlich
für ihn und die Gruppe. Letztendlich
kann ihn jedoch die
Missionarin Sarah (Julie Benz)
überreden und Rambo bringt
die Gruppe flussaufwärts in das
birmanische Kriegsgebiet. Zwei
Wochen später jedoch wird er
von einem Pastor aufgesucht,
der berichtet, dass die Gruppe
vom birmanischen Militär in
ein Lager gebracht wurde und
dort gefangen gehalten wird.
Er bittet Rambo, eine Gruppe
engagierter Söldner nach Birma
zu schiffen, die die gefangenen
Missionare retten soll.
John Rambo, der dem töten
abgeschworen hatte weiß, dass
er gebraucht wird und schließt
sich dem Söldnertrupp an. Eine
gefährliche Rettungsmission
in der Hölle des birmanischen
Dschungels beginnt.
Kritik: Zwanzig Jahre ist es her,
dass Actionstar Sylvester
Stallone das letzte mal in
die Rolle von John Rambo geschlüpft
ist. Mit „John Rambo“
beendet „Sly“ mit knapp 60
Jahren und ein paar Kilos mehr
auf den Rippen seine zweite
große Filmserie, nachdem er
vor einem Jahr die Kritiker mit
der letzten Episode von „Rocky“
positiv überraschen konnte.
Doch im Vergleich zu „Rocky
Balboa“ muss „John Rambo“
klar den kürzeren ziehen. Das
Setting basiert wie auch in den
anderen Teilen auf wahren
Konflikten und bietet somit
eine Menge interessanten politischen
Zündstoff. Allerdings
ist die Hintergrundgeschichte
mit der die blutigen Unterdrückung
der birmanischen
Rebellen durch die Armee leider
vernachlässigbar. Letztendlich
läuft alles doch auf
die Massenschießereien und
Tötungsszenen hinaus. So sterben
in den knapp 90 Minuten
rund 236 Schauspieler und es
wurden wahrscheinlich mehr
Kunstblutkonserven gebraucht
als es Dialogzeilen gab. Für das
Blutvergießen ist diesmal aber hauptsächlich das birmanische
Militär verantwortlich und
nicht Rambo, der das Kämpfen
eigentlich aufgegeben hatte.
Das Feindbild der bösen birmanischen
Armee wurde gleich
zu Beginn des Films durch eine
Art Nachrichtenreport, der
grausame Foltermethoden und
tödliche Spiele mit den Gefangenen
zeigt klar definiert. So
soll wohl dafür gesorgt werden,
dass der Zuschauer kein
Mitleid mit den von Rambo
getöteten Soldaten hat. Für
eine flaues Gefühl in der Magengegend
sorgt der Film aber
schon das ein oder andere mal.
Vor allem als ein birmanisches
Dorf überfallen wird und die
Armee etliche Dorfbewohner,
darunter auch Frauen und Kinder
brutal niedermetzelt läuft
es einem eiskalt den Rücken
hinunter. Die Schießereien an
sich sind recht spektakulär inszeniert
und Fans der „Rambo“-
Serie werden mit diesem Finale
nicht enttäuscht werden, wer
die drei Teile davor schon nicht
mochte der wird den vierten
Teil wohl auch nicht allzu lieb
gewinnen. Die Figur der Ein-
Mann-Armee John Rambo war
nun mal schon immer stark
polarisierend. Warum jedoch
knapp zwei Hektar Urwald den
Dreharbeiten zum Opfer fallen
mussten, kann ich beim besten
Willen nicht verstehen, aber
Rücksichtnahme für seine Umwelt
kann man von John Rambo
wohl nicht erwarten.