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Interview mit Vivian Naefe Das Interview wurde geführt von: Daniel Fürg Vivian Naefe über "Die Wilden Hühner und die Liebe" Wie würden Sie die „Wilden Hühner“ beschreiben? Die Mädchen sind alle selbstbewusst, mitten im Leben stehend und mutig. „Die Wilden Hühner und die Liebe“ ist, wie der erste Teil, ein Film der Probleme nicht ausklammert sondern sie ganz leicht und oft auf komödiantisch angeht. Wie schwierig ist es so viele Kinder am Set unter Kontrolle zu halten? (lacht) Grauenhaft schwierig. Also neun Kinder ständig bei guter Laune zu halten ist schon sehr schwer. Aber das sind zum Glück ganz tolle Kinder, die auch sehr professionell sind. Wo liegt der Unterschied zwischen schauspielernden Erwachsenen und schauspielernden Kindern? Kinder sind keine ausgebildeten Schauspieler. Sie arbeiten ganz anders, deshalb ist es für mich viel schwieriger einen Kinderfilm zu machen. Man muss auf jedes Kind anders eingehen und die Szenen auf verschiedenen Wegen erklären. Das eine Kind möchte die Szene vorgespielt haben, das andere möchte die Szene erklärt haben und dann gibt es wieder andere, die sich in die Situation einfühlen möchten. Das sind bei neun Kindern neun verschiedene Varianten und das ist nicht ganz einfach und sehr zeitaufwendig, aber da hat man dann das Problem, dass man mit Kindern nicht so viele Stunden am Stück drehen darf. Worauf muss man besonders achten, wenn man einen Stoff für Kinder umsetzt? Ich habe eigentlich nur darauf geachtet, dass bei der Schlägerei nicht mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen wurde. Ich möchte in einem solchen Film einfach keine Gewalt zeigen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Thomas Kretschmann? Thomas und ich kennen uns schon seit langem. Nach der Filmhochschule habe ich einen Film gemacht und ich war damals ungefähr 25 Jahre alt und er um die 23 und kam gerade aus dem Osten. Das war 1988. Wir haben damals schon zusammengearbeitet und sind seitdem befreundet. Ich habe ihn dann einmal gefragt ob er mitmachen möchte und da er auch selbst Kinder hat war er sofort dabei. Gab es eine Szene, die besonders lange gedauert hat oder besonders schwierig war? Ja, diese Schlägerei auf dem Baumhaus. Die Kinder dürfen ja Abends nicht lange drehen und wir haben drei Wochen lang an dieser Szene herumgedreht. Wir haben jeden Abend wieder damit angefangen und es hat dann auch immer wieder angefangen zu regnen. Gibt es schon Überlegungen zu einem dritten Teil? Ja, wir haben bereits mit Cornelia Funke darüber gesprochen und sie hat nichts dagegen, da ihr die ersten beiden Teile sehr gut gefallen haben und man müsste sich dann dieses Jahr eine neue Geschichte ausdenken. Man kann zwar Teile aus den Büchern verwenden aber man müsste sich etwas ganz neues ausdenken. Wo liegen die Unterschiede zu den „Wilden Kerlen“? Ich glaube das sind zwei vollkommen unterschiedliche Stile. Ich habe das Gefühl, dass die eine ganz eigene Welt haben und wir hingegen sind ganz realistisch, ein bisschen wie englische Filme, die über den Alltag erzählen. Hatten Sie im Alter der „Wilden Hühner“ eine vergleichbare Bande? Ich kenne das von mir selbst auch, dass man in Cliquen herumzog. Ich bin auf dem Land, in Oberbayern aufgewachsen und wir waren immer im Wald, hatten auch Baumhäuser und haben Jungs gejagt um ihnen Fallen zu stellen. Meine Tochter war da etwas großstädtischer. Was macht die „Wilden Hühner“ so besonders im Vergleich zu anderen Kinderfilmen? Ich glaube, dass wir auf eine merkwürdige Art und Weise undeutsch sind. Man muss nicht über ernste Themen schwerfällig und traurig erzählen, sondern kann auch mit einem gewissen Witz und Leichtigkeit erzählen. Aus diesem Grund vorhin auch der Vergleich mit englischen Filmen. Vielen Dank für das Interview! |
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