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Interview mit Uwe Ochsenknecht Das Interview wurde geführt von: Daniel Fürg und Miriam Markoff Uwe Ochsenknecht spricht über sich, seine Familie und seine Rolle in "Die Bluthochzeit" Sie spielen ja Franz Berger - was zeichnet ihn aus? Was zeichnet ihn aus...(überlegt) Eigentlich, dass er sich genauso bescheuert verhält, wie der andere, also am Ende zumindest. Am Anfang ist es ja so, dass er versucht seine Emotionen noch ein bischen unter Kontrolle zu halten, was ihm aber später dann nicht mehr gelingt. Er ist ja eher derjenige, der versucht das ganze abzubrechen und vernünftig zu regeln. Sie spielen ja einen Koch - wie sieht es bei Ihnen zu Hause in der Küche aus? Schön... leider ist die Küche viel zu klein und... was genau soll das heißen? Ich meine, ob Sie privat auch kochen können? Können ist etwas übertrieben, ich mache das schon abundzu aus dem Buch zwar - so zwei drei Kleinigkeiten kann ich auch auswendig, wie zum Beispiel Spaghettisauce für die Kids... und es macht mir auch sehr viel Spaß, aber es ist für mich immer ein Event und ich muss das richtig planen, weil ich das ja nicht täglich mache und da sehr versiert bin. Deshalb kostet es mich mehr Zeit, als jemandem, der jetzt jeden Tag kocht. Aber es macht viel Spaß und manchmal schmeckt es dann sogar - dann macht es noch mehr Spaß. Können Sie das Verhalten von Franz Berger nachvollziehen? Naja, welches Verhalten jetzt speziell? Dass er auch nicht nachgibt. Naja, man ist ja manchmal so stur, das kenne ich von mir auch, das hat sich bei mir allerdings gelegt, Gott sei dank, weil es ja eigentlich zu nichts führt, also wenn keiner vernünftig ist und jeder auf seiner Position verharrt, das ist ja eigentlich sinnlos. War es schwierig sich in die Rolle hineinzuversetzen? Nicht so wirklich, weil, wie gesagt, ich kenne diese Seite von mir auch und früher vor allem. Insofern kann ich das gut nachvollziehen. In welches Genre würden Sie "Die Bluthochzeit" einordnen? Tja, das hat von allem ein bischen was, es ist Thriller, es ist Drama, es ist eigentlich auch eine Psychostudie von so einer Familienfeier. Ich weiß nicht, ob sie das auch schon erlebt haben, aber bei Familienfesten entstehen ja auch oft irgendwelche sinnlosen Streitigkeiten. Und ich denke da erkennt jeder auch etwas wieder. Und dann spielt ja auch noch das Verhältnis von Walzer und seinem Sohn eine Rolle. Die Vater-Sohn-Geschichte, da ist ja auch etwas ungeklärt, was am Ende ja erklärt wird. Das Tragische dabei ist, dass es anscheinend erst zu einem solchen Chaos kommen muss, bevor die beiden mal etwas klären können. Wie würden Sie Dominique Derrudere als Regisseur beschreiben? Was mir sehr liegt, er hat sehr viel Humor. Und während der Dreharbeiten hatte man gar nicht das Gefühl, dass da irgendwie ein Film entstehen soll. Also er macht viel aus der Intuition heraus. Er richtet sich natürlich schon nachdem Drehbuch, aber dann doch irgendwie anders. Und da denkt man sich dann schon zwischendurch, ob daraus ein Film werden soll oder nicht. Aber wenn man ein paar Tage mit ihm arbeitet merkt man natürlich schon, dass der einen Plan hat und das sieht man ja auch am Ergebnis. Haben Sie irgendeine Lieblingsszene im Film? Das ist schwierig. (überlegt) Ich find die Szene sehr prägnant am Ende des Films als die Verletzten abtransportier werden und sich die Gesellschaft dann auflöst und sich die beiden Kontrahenten nocheinmal ohne Worte in die Augen blicken, ich hoffe, dass wir das so hinbekommen haben, dass die Hoffnungslosigkeit und der Zweifel klar werden. Wollten Sie eigentlich schon immer Schauspieler werden? Ja, schon in sehr jungen Jahren. Ich habe ja als Kind schon im Opernchor gesungen und auch Kinderspiele gespielt. Ja, das war mir eigentlich ziemlich früh klar und es hat sich ja gezeigt, nach über 30 Jahren, dass es sich gelohnt hat. Also ich fühle mich immer noch wohl und habe das Glück gehabt Erfolg zu haben und mir macht es immer noch so viel Spaß wie am ersten Tag. Stimmt es, dass Sie mit 15 von der Schule geflogen sind? Ja...(lacht) muss man darüber sprechen? Ich habe auch Kinder - da muss man ein Vorbild sein. Wo wir schon bei den Kindern sind - wie ist es wenn man seine eigenen Kinder auf der Leinwand sieht? Ach, das ist lustig. Ich habe da noch keine Konkurrenzgefühle. Aber ja, das ist natürlich schon witzig wenn wir alle drei oder im ersten Film, da hat ja meine Frau auch noch mitgespielt, zu viert plötzlich alle in einem Film sind. In einem Interview haben Sie vor kurzem gesagt, dass Sie sich auch durchaus vorstellen könnten mal Regie zu führen. Ja, das ist auch immer noch aktuell und das habe ich auch bald vor. Und ich merke auch, dass das Bedürfnis dahingehend immer stärker wird. Ich hoffe, dass das bald mal konkret wird. Haben Sie persönlich eigentlich einen Lieblingsfilm? Ach, da gibt es viele, sehr viele. Ich bin ja glaube ich zwei, drei Jahre älter als sie und habe wahrscheinlich auch ein paar Filme mehr gesehen. Und ich bin ja auch in einer Zeit aufgewachsen, 60er 70er Jahre, wo ja auch viele amerikanische Filme gemacht wurden. Da kann ich ihnen auch ein paar empfehlen, wenn sie das wollen. Da gibt es sehr sehr viele Filme, also von "Taxi Driver" über auch neuere Filme, also zum Beispiel "The Sixth Sense" oder auch ein französischer Film "Purpurne Flüsse". Wie war denn die Zusammenarbeit mit Armin Rhode? Sehr gut. Wir haben ja vorher schon ein paar Filme gemacht. Und mit Armin kommt man sehr gut klar. Es macht riesig Spaß mit ihm zu spielen, das haben sie ja gesehen, er ist ja Vollblut-Schauspieler und da gibt es keine Probleme. Wie waren die Dreharbeiten? Ihr sied ja ziemlich weit abgeschottet gewesen in einem Schloß ziemlich weit draussen in der Eifel. Wie war das? Also, wir haben das Glück gehabt, dass, es sind ja glaube ich 15 Schauspieler gewesen, wir alle sehr gut miteinander klar gekommen sind, auch durch alle Generationen. Und in der Situation konnten wir Abends im Hotel noch zusammensitzenm, haben einen getrunken und haben Stadt-Land-Fluß gespielt. Also es war sehr angenehm. Aber irgendwann ist dann auch gut, da muss man dann wieder weg. Wie war es einen Film mit einem einzigen Kostüm zu drehen? Herrlich, wunderbar. Eine Location, ein Drehort und ein Kostüm - Herrlich. Hieß der Hund wirklich Riesling? Nee, der hieß Darius glaube ich. Der war aber auch ganz lieb und hat auch sehr gut gespielt. Ganz gefährlich war er plötzlich der kleine Hund. Also Lassie muss sich verstecken. Was haben Sie gedacht, als sie das erste Mal das Drehbuch gelesen haben? Da dachte ich, dass das mal was anderes ist. Es kommt in deutschen Filmen nicht so oft vor, dass Filme gemacht werden mit so einer Mischung. Eben Thriller, Drama und ja auch Komödie eine Rolle spielt. Sieht man dem Film noch an, dass er auf einem Comic basiert? Ich hoffe nicht. Weil das Original Comic ziemlich in Richtung Splatter geht. Also da fließt sehr viel mehr Blut und es werden sehr viele Menschen verletzt und getötet. Also da geht es richtig zur Sache. Ich bin ganz froh, dass das Drehbuch so ausgefallen ist. Könnten Sie sich vorstellen mal mit ihren Kindern zusammen zu spielen. Also in einer größeren Sache. Ja, warum nicht? Ich kann mir alles vorstellen. Die machen das ja auch ganz gut. Aber nur wenn es in den Ferien ist. Da wollte ich jetzt auch darauf zu sprechen kommen. Muss man da nicht wegen der Schule aufpassen? Nicht nur wegen der Schule sondern auch, dass sie auf dem Teppich bleiben. Ich meine, die haben jetzt zwei Teile gemacht und der zweite Teil läuft sogar besser als der erste, was sehr selten ist und die werden natürlich auch schon auf der Straße erkannt. Also die kleinen Kiddies die fahren auf die schon ab und da muss man aufpassen. Aber die machen das ja gut, die sind ganz normal und natürlich geblieben und da werden wir schon darauf achten. Wie sehen Sie die Chancen für "Die Bluthochzeit" an den Kinokassen? Wenn wir das wüssten, wären wir alle Filmproduzenten und sehr reich. Also wir hoffen natürlich, dass der Film erfolgreich ist, aber wenn sie ihren Teil dazu beitragen und den Film bewerben... Naja man weiß es nicht. Also ich denke, wenn die Leute ersteinmal drinnen waren und erkennen, dass der Film wirklich gelungen ist, und das sage ich nicht von jedem Film, dann denke ich wird sich das auch rumsprechen. Wie schätzen Sie den deutschen Film eigentlich international ein? Den schätze ich nicht nur so ein sondern das ist eine Tatsache, dass es grundsätzlich schlecht aussieht. Also es gibt ja immer Filmbörsen auf denen internationale Film angeboten werden, damit die andere Länder kaufen. Und da schneidet die deutsche Filmindustrie nicht so gut ab. Woran kann das liegen? Das ist eine lange Überlegung und das wäre auch eine längere Diskussion, aber ich glaube generell, dass es dem deutschen Film sehr an Leichtigkeit fehlt also nicht nur amerikanische Filme sondern auch europäische Film sind mehr aus der Hüfte geschossen, also mit viel mehr Leichtigkeit und sind nicht so schwer. Das fehlt uns noch ein bischen. Vielen Dank für das Interview! |
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