Interview mit Tom Tykwer

Das Interview wurde geführt von: Veronika Herrmann

Tom Tykwer über sich und seinen Film "Das Parfum"

Wann wurden Sie das erste Mal auf den Roman „Das Parfum“ aufmerksam?

Damals war ich Anfang 20 und war in einer Phase in der ich eigentlich so ziemlich jedes Buch gelesen habe. Ich war damals ziemlich begeistert von diesem Buch.

Was für ein Mensch ist Patrick Süßkind?

Ich weiß nicht was für ein Mensch Patrick Süßkind ist, da ich ihn nur ein einziges Mal getroffen habe.

Wie lange ist dieses Treffen her?

Das ist jetzt schon über zwei Jahre her und das war ein sehr höfliches und nettes Gespräch. Es war auch klar, dass wir uns erstmal nicht wieder sehen würden da er von mir für diesen Film nicht unbedingt verschlungen werden wollte.

Haben Sie auf den Film auch keine Reaktion von ihm bekommen?

Nein, aber den Film hat bisher ja auch kaum jemand gesehen und wenn er dann erstmal im Kino läuft kann das ja vielleicht noch kommen.

Welche besonderen Merkmale musste der Darsteller von Grenouille haben?

Er musste jung sein und doch irgendwie gezeichnet sein. Er musste Unschuld und Abgründigkeit in sich vereinen und sollte möglichst unbekannt sein jedoch trotzdem fähig sein eine solche Rolle zu schultern. Das Finden eines Schauspielers mit diesen Eigenschaften war eigentlich eine unlösbare Aufgabe aber dann habe ich zum Glück Ben gefunden. Er hat damals in London am Old Vic Theatre „Hamlet“ gespielt. Ich wusste sofort, dass er der richtige für diese Rolle ist. Er ist sehr diszipliniert und hat eine komplett eigene Körperarbeit. Wir haben uns schnell sehr gut verstanden.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Dustin Hoffman?

Ich konnte mir nie jemand anderen für diese Rolle vorstellen. Er hat sehr viel Humor und Energie an den Tag gelegt und man hat richtig gespürt, dass er Lust am Spielen hatte.

Wie war die Zusammenarbeit mit Bernd Eichinger?

Bernd hat sich mit Haut und Haaren dem Kino verschrieben. Er war sehr kreativ und hatte auch eine genaue Vorstellung von der Umsetzung des Films. Wir haben uns sehr gut verstanden und hatten auch beide eine sehr ähnliche Vorstellung wie das Projekt aussehen sollte. Es herrschte eine unglaubliche Harmonie und ich konnte einen Film realisieren von dem ich immer geträumt habe.

Freuen Sie sich auf die Premiere?

Ja, natürlich. Ich finde so etwas sehr schön da der Moment der Premiere für mich immer das Ende dieses verrückten Tunnels bedeutet. Für mich ist das Filme machen immer erst dann zu Ende wenn man im Kino sitzt und das Licht ausgeht. Das Publikum verändert den Film dann ja auch immer noch.

Vielen Dank für das Interview!