Interview mit Maggie Peren

Das Interview wurde geführt von: Daniel Fürg

Maggie Peren über ihren Film "Stellungswechsel"

Woher kommt diese perfide Männerkenntnis?

Ich hatte ja auch einen männlichen Co-Autor, der auch die Idee dazu hatte. Aber was ist denn so perfide? Naja, der Film ist teilweise gnadenlos ehrlich… In welcher Hinsicht?

Das Verhalten dieser Männer…

Freut mich, dass das so gut ankommt. Woher diese Kenntnis kommt ist sehr schwer zu sagen. Jeder Schauspieler bringt auch in gewisser Weise seine eigenen Ideen und Einflüsse mit. Die Figur von Florian Lukas hätte zum Beispiel noch ein viel größeres Weichei sein sollen und Florian konnte sich dann jedoch durchsetzen, weil er kein solch extremes Weichei spielen wollte. Er wollte lieber einen Pionier spielen als ein Weichei. So hat eigentlich jeder Schauspieler ein klein wenig für seine Rolle gekämpft und sie dadurch ein bisschen verändert. Harald hat auch immer versucht, dass dieser Ex- Manager seine Würde behält.

Du bist ja auch sehr vielfältig, oder?

Wegen der Schauspielerei, der Regie und dem Drehbuchschreiben? Ich spiele ja inzwischen nicht mehr, das habe ich aufgegeben. Das war irgendwann nicht mehr in mir drin. Der Beruf ist auch wirklich hart. Ich habe einen sehr großen Respekt vor Schauspielern.

Wegen dieser Art von Exhibitionismus?

Ich glaube nicht, dass das etwas damit zu tun hat. Alle denken immer, dass Schauspieler einen großen Drang dazu haben sich vor anderen Leuten zu zeigen, aber ich denke, dass es sehr viele Schauspieler gibt, die das gar nicht wollen. Das ist ein großes Missverständnis. Ganz viele Schauspieler sind sehr schüchtern.

Welche war die schwierigste Szene beim Dreh?

Definitiv die mit Gustav und dem vorgetäuschten Orgasmus. Das lag aber auch an mir. Sonst lief alles sehr gut und das trotz der kurzen Drehzeit.

Wie bist Du überhaupt zum Drehbuchschreiben gekommen?

Ich wollte eigentlich Medizin studieren, habe auch ein gutes Abitur gemacht, aber ich war dann irgendwie schon in der Schule in der Theater-AG und das hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Ich war dann auch in England und eigentlich nur noch im Sommer hier in Deutschland und bin dann irgendwie in die Schauspielerei hineingerutscht. Und dann ging das irgendwann los mit dem Schreiben von Drehbüchern. Das ging dann ganz schnell. Ich habe dann ja auch noch Literatur studiert.

Wie lange warst Du in England?

Gar nicht so lange. Ich war nur drei Semester in Manchester.

Gibt es schon ein neues Drehbuch an dem Du arbeitest?

Ja, zusammen mit Stefan Schaller schreibe ich einen Fußballfilm über die EM 1996. Er wird „Bloody Germans“ heißen und davon handeln wie die Deutschen die Engländer aus der Europameisterschaft gekickt haben. Wenn das klappt wird das ein englischer Film, bei dem ordentlich auf die Deutschen geschimpft wird.

Gab es bei „Stellungswechsel“ während dem Schreiben nicht irgendwann das Problem, dass man sich gedacht hat nicht alles unterbringen zu können? Über dieses Thema kann man ja schließlich unendliche Geschichten erzählen…

Ja, wir haben da ja sogar zwei Themen. Auf der einen Seite ist das die Geschichte mit Frank und seiner Freundin und auf der anderen Seite gibt es da noch die Story mit den fünf Männern, die einen Escort- Service aufmachen. Das wäre ja allein schon genug Stoff für zwei Filme. Wir mussten da auch sehr viele Szenen fallen lassen, die meiner Meinung nach wirklich total lustig geworden wären. Vor allem bei dem Frank-Thema hätte es da noch sehr viele Ideen gegeben.

Vielen Dank für das Interview!