Interview mit Andreas Ströhl

Das Interview wurde geführt von: Daniel Fürg

Der Festivalleiter über das Filmfest München 2006

Wie würden Sie das Filmfest München beschreiben?

Das ist ein großes Publikumsfestival, das für die Branche sehr wichtig ist. Das heißt es gibt eigentlich zwei vollkommen unterschiedliche Festivals in einem. Die meisten wissen ja nicht, dass hier auch Filme verkauft und gekauft werden. Das ist das zweitgrößte Festival in Deutschland, nach der Berlinale, und der Akzent liegt eindeutig auf Begegnung. Wir laden alle Regisseure ein, die kommen dann auch überwiegend, und wir sorgen dafür, dass es genügend Möglichkeiten gibt damit die mit dem Publikum ins Gespräch kommen können.

Wie viele Filme werden in diesem Jahr gezeigt?

Ich habe die ehrlich gesagt nicht genau gezählt. Es müssen aber so um die 250 sein. Wir haben immer etwa ein wenig über 200 Filme, dieses mal sind es besonders viele da wir komplette Retrospektiven, wie zum Beispiel von Mike Figgis, zeigen und da dort meist auch sehr viele Kurzfilme dabei sind erhöht das die Zahl. Aber insgesamt ist es an Programmen die wir zeigen so wie immer.

Wie viele Gäste werden ungefähr während der Filmfest- Zeit erwartet?

Das ist ganz schwer zu sagen. Wir haben etwa 150 Regisseure und Hauptdarsteller zu Gast. Weit mehr Regisseure als Schauspieler da diese Gespräche sehr wichtig sind.

Wo liegen die Unterschiede zwischen der Berlinale und dem Filmfest München?

Die Berlinale ist ein so genanntes A- Festival. Das heißt, dass der Wettbewerb das wichtigste ist. Wir in München haben keinen Wettbewerb, von daher ist der ganze Charakter des Festivals anders ausgerichtet ist. Es geht eher um Kommunikation untereinander, einen Austausch als um besser zu sein und erfolgreicher zu sein. Natürlich ist die Berlinale auch viel größer und hat auch mehr Geld zur Verfügung. Die Berlinale setzt auch mehr auf Standard- Hollywood- Kino da das auch mehr die Funktion von einem solchen A- Festival ist. Wir setzen hier mehr auf Filme die so ein Grenzgängertum darstellen zwischen dem anspruchsvollem Autorenkino und einem massenkompatiblen Unterhaltungskino.

Wer sind die bekanntesten Gesichter die auf dem Filmfest zu sehen sind?

In diesem Jahr sind Barry Levinson, Oscar für „Rain Man“, Jonathan Demme, Regie bei „Das Schweigen der Lämmer“, Mike Figgis, „Leaving Las Vegas“ um nur einen Film zu nennen, Terry Gilliam, „Brazil“, „Twelve Monkeys“ und so weiter, die gesamte Familie Makhmalbaf, Volker Schlöndorf und auch Wim Wenders wird zu sehen sein. Ich glaube jetzt habe ich auch noch einige vergessen aber das sind schon so ungefähr die wichtigsten.

Vielen Dank für das Interview!