Interview mit Alan Rickman

Das Interview wurde geführt von: Daniel Fürg und Sven März

Alan Rickman über sich und seine Rolle in "Das Parfum"

Sie spielen den Kaufmann Antoine Richis. Was können Sie über Ihren Charakter sagen?

Ich denke das Wichtigste ist, dass er eine Tochter hat. Sein Kind ist für ihn alles das er noch hat nachdem seine Frau gestorben ist und somit möchte er es beschützen so gut es geht.

Haben Sie das Buch vor der Verfilmung gelesen?

Nein, leider habe ich es davor nicht gelesen.

Wie war die Arbeit mit Tom Tykwer?

Er ist einer der Größten und Besten. Ich wollte schon lange mit ihm zusammenarbeiten und hier hatte ich nun die Möglichkeit dazu. Tom arbeitet mit einer unglaublichen Präzision jeder Bildausschnitt ist wichtig für ihn. Er hatte auch immer eine genaue Vorstellung wie er die Geschichte umsetzen möchte. Das heißt aber nicht, dass er nicht offen für Vorschläge war, er hat ein sehr sonniges Gemüt wie wir Engländer sagen und das ist in dieser Branche sehr selten.

Und wie war die Arbeit mit Bernd Eichinger?

Bernd Eichinger ist ein wahnsinnig passionierter und kreativer Filmemacher. Er hat sehr lange für den Film gekämpft und ich glaube das sieht man auch. Die Zusammenarbeit zwischen Tom und Bernd hat wunderbar harmoniert und so hatte man das Gefühl, dass Bernd immer anwesend war auch wenn er einmal nicht vor Ort war.

Freuen Sie sich auf die Premiere?

Ja, denn ich bin gespannt auf die Reaktion des Publikums. Ich denke, dass es einen brillanten Film zu sehen gibt und das ist ja wohl das wichtigste.

Gefällt es Ihnen sich selbst auf der Leinwand zu sehen?

Das ist zu schmerzhaft für mich. Ich kann das kaum aushalten aber ich denke da muss ich durch.

Wie gefällt Ihnen ihr eigener Geruch? Würden Sie ihn verändern?

Nicht wirklich. Ich hatte vor kurzem eine schreckliche Erkältung und da wurde mir klar, dass wir Gerüche mehr schätzen sollten wenn sie vorhanden sind und man sie wahrnehmen kann. In den letzten drei Wochen konnte ich absolut nicht riechen.

Haben Sie Verständnis für das Verhalten von Grenouille?

In gewisser Weise schon. Aber es ist nicht mehr in Ordnung als er zum Mörder wird. Ab diesem Moment kann man dieses Verhalten nicht mehr rechtfertigen.

Haben Sie nach dem Dreh mehr auf Gerüche geachtet?

Ich denke der Film ist viel mehr als nur eine Ansammlung von Gerüchen. Es geht vielmehr um die Art wie man denkt, wie man zuhört oder nicht zuhört und was man macht oder nicht macht. Geruch ist Metapher für alle Sinne.

Vielen Dank für das Interview!