Filmtest Mai - Interview

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte - Zusatzmaterial

Inhalt:
Pierre Peders (Steve Buscemi) ist eigentlich ein sehr anerkannter Polit- Journalist, der normalerweise nur über die Vorfälle in Washington schreibt. Derzeit brodelt dort der größte Skandal seit langem, aber Peders ist nicht in Washington, sondern in New York. Er soll hier ein Interview führen. Nicht etwa mit einem Politiker oder einer ähnlich ernstzunehmenden Person. Nein, er soll Katya (Sienna Miller) interviewen - ein blondes, geistig minderbemitteltes Starlet, das vermutlich nicht einmal weiß, wie man Politik überhaupt schreibt. Peders kann nicht glauben, dass er wegen dieser absolut unwichtigen Person die Polit-Story des Jahres verpasst und dementsprechend motiviert begegnet er Katya. Selbstverständlich hat er sich auf dieses „Gespräch“ nicht vorbereitet und weiß noch nicht einmal, was Katya überhaupt macht, wenn sie nicht gerade auf irgendwelchen belanglosen Partys herumwackelt. Katya ist zunächst verärgert und die beiden beenden das Gespräch schon nach wenigen Minuten. Peders ist heilfroh, dass er aus der Sache raus ist und möchte so schnell wie möglich nach Washington zurück. Doch als er bei einem Unfall leicht verletzt wird sieht ihn Katya auf der Straße und bietet ihm an ihn in ihrer Wohnung zu verarzten. Schnell entwickelt sich trotz der anfänglichen Schwierigkeiten ein Gespräch zwischen den beiden und sie setzen das Interview in ihrer Wohnung fort. Schließlich scheinen endgültig alle Masken zu fallen, doch Katya hat doch mehr im Kopf als Peders denkt.

Kritik:
Vorlage für Steve Buscemis „Interview“ war Theo van Goghs gleichnamiger Film aus dem Jahr 2003 mit Katja Schuurman und Pierre Bokma in den Hauptrollen. Das Remake entstand im Rahmen des Projekts „Drei mal Theo“, das van Goghs Team rund um Produzent Gijs van de Westelaken ins Leben gerufen haben. Neben „Interview“ werden bald auch „06“ und „Blind Date“ neu verfilmt werden. Man möchte Theo van Gogh hiermit ein Denkmal setzen und seine Filme und Ideen gleichzeitig einem breiteren Publikum nahe bringen. Dies soll nicht zuletzt auch mit einer prominenteren Besetzung funktionieren. Für diesen Film hat man so Steve Buscemi als Schauspieler und Regisseur sowie Sienna Miller als weibliche Gegenspielerin gewinnen können. Die Story ist wie auch schon beim Original amüsant wie tragisch zugleich. Der intellektuelle Journalist und das blonde B-Sternchen - ein Zusammentreffen, das man so nicht jeden Tag erlebt. Die anfängliche Distanz, die mit der Zeit immer weiter verschwindet und schließlich sogar in Zuneigung zu enden scheint. Alles dreht sich um diese Beziehung und trotz dieser scheinbaren Einfachheit ist die Story auf den zweiten Blick sehr komplex. Ein wirklich sehenswertes Werk, das sich auch für ein breites Publikum eignet.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg

Zusatzmaterial:
- Gewinnspiel