Filmtest Mai - Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

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Inhalt:
Er kann sich einfach nicht aus Ärger heraushalten! Obwohl der Zweite Weltkrieg seit nunmehr zwölf Jahren vorüber ist, heißt das für Indiana Jones (Harrison Ford) aber noch lange nicht, dass der Schlamassel nun vorbei ist. Diesmal legt er sich mit dem erbittertesten Gegner der Amerikaner an: der sowjetischen Armee. Die entführen Indie und seinen Kumpel Mac (Ray Winstone) unter dem Kommando der skrupellosen Agentin Spalko (Cate Blanchett) und brechen in ein geheimes Militärlager der US Armee ein. Dort soll Jones ihnen den Weg zu einem geheimnisvollen Fund weisen, den die Amerikaner vor einiger Zeit in der Wüste von New Mexiko machten. Nach einer kurzen Auseinandersetzung gelingt es den Sowjets schließlich mitsamt der Entdeckung zu fliehen. Indiana kehrt daraufhin nach Connecticut zurück um wieder Marshall College zu unterrichten. Da er seit dem Vorfall allerdings von der Regierung bezichtigt wird, mit den Russen zusammen zu arbeiten, wird ihm dort kurzerhand die Lehrlaubnis entzogen. Daraufhin will Indie sich auf den Weg nach Europa machen, um dort zu lehren. Doch noch bevor er die Stadt verlassen kann, wird er von dem jungen Mutt (Shia LaBeouf) aufgehalten. Dieser bittet ihn, ihm bei der Suche nach seinem ehemaligen Dekan, einem alten Freund von Jones, zu helfen. Der war nämlich auf der Suche nach dem geheimnisvollen Kirstallschädel von Akator, um den sich mysteriöse Legenden ranken, wurde dann jedoch entführt. Indie willigt ein, Mutt zu helfen und schon bald finden sich die beiden in einem Abenteuer voller Rätsel und My- Bildquelle „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“: Paramount Pictures International then wieder. Doch sie sind bei weitem nicht die einzigen, die hinter dem Schädel her sind.

Kritik:
Im Alter kann man endlich mal so richtig entspannen. Man kann die Seele baumeln lassen und hat endlich mal genügend Zeit für sich selbst und alles, was man immer schon erledigen wollte. Vorbei ist es mit dem ständigen Stress und der Hast, vorbei mit den vielen Sorgen. Kurzum: im Alter kann man das Leben endlich so richtig und in vollen Zügen genießen. Diese Dinge mögen zwar bei den meisten Menschen so zutreffen, bei einem Mann jedoch nicht. Die Rede ist von Indiana Jones, dem wohl berühmtesten Archäologen. Dieser kann auch in fortgeschrittenem Alter Hut und Peitsche noch nicht an den Nagel hängen und stürzt sich erneut in ein abenteuerliches Wagnis. Doch genau dabei macht ihm besagtes Alter beinahe einen Strich durch die Rechnung. 19 Jahre sind nunmehr seit Erscheinen des letzten Abenteuers, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, mittlerweile vergangen und die merkt man Indie-Darsteller Harrison Ford, inzwischen immerhin 65 Jahre alt, auch an. Zwar verkörpert er gewohnt souverän und extrem charismatisch seine Paraderolle des schlagkräftigen Archäologen. Jedoch wirkt das, vor allem in den zahllosen Actionszenen, bei weitem nicht mehr so spritzig und schwungvoll wie noch in den Teilen zuvor. Dem heutigen Harrison Ford kauft man einfach nicht mehr in jeder Szene bedingungslos ab, dass er es mit einer Heerschar von Gegnern aufnehmen kann. Dadurch geht an manchen Stellen auch ein stückweit der Charme der Vorgänger verloren, wenn man sieht, dass ihm nicht mehr alles so locker von der Hand geht wie früher. Was den Humor angeht hat Indie jedoch kein bisschen nachgelassen. Noch immer hat Dr. Jones einen flotten Spruch nach dem anderen parat, die nicht selten vor Trockenheit und Zynismus nur so strotzen. Auch sonst geizt der Film nicht mit amüsanten Stellen. Diese entstehen meist durch eine herrliche Situationskomik, beispielsweise wenn Indiana Jones in Treibsand zu versinken droht und man ihm als einzige Rettung eine, von ihm so verhasste, Schlange als Seil-Ersatz reicht. Aber auch augenzwinkernde Anspielungen auf Indies Alter und die ersten Teile, man erfährt unter anderem was aus der berühmten Bundeslade wurde, zaubern besonders Kennern der Reihe immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Die Einführung von Mutt trägt zu den komischen Stellen ebenfalls einiges bei. Dieser wird von Jungstar Shia LaBeouf verkörpert, der mit seiner ersten großen Hauptrolle in Michael Bays „Transformers“ bereits sein Talent unter Beweis gestellt hat. Seine äußerst ansprechende und glaubwürdige Darstellung dieses draufgängerischen und vorlauten Charakters sorgt auch hier für einige Lacher. Und wenn man gerade mal nicht lacht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, Staunen nämlich über die grandios inszenierten Actionszenen. Dass bei einem Steven Spielberg Film, bei dem noch dazu George Lucas als ausführender Produzent verantwortlich zeichnet, die Action stimmt, mag niemanden groß überraschen, dennoch ist es immer wieder bemerkenswert, was letztendlich dabei herauskommt. „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ist vollgestopft mit halsbrecherischen Actioneinlagen. Egal, ob nun handfeste Prügeleien, wilde Schießereien oder rasante Verfolgungsjagden in teils schwindelerregenden Höhen, dieser Film bietet alles, was ein Actionfan begehrt. Selbstverständlich sieht all das auch noch blendend und täuschend echt aus und erhöht so die Intensität dieser Szenen noch mehr, auch wenn man es bei dem doch sehr abstrusen Finale übertrieben hat. Die Musik, natürlich erneut von John Williams komponiert, harmoniert erneut wunderbar mit den zu sehenden Bildern. Und diese Bilder sind äußerst abwechslungsreich, da Indiana Jones auch bei dieser Jagd nach einem sagenumwobenen Artefakt wieder allerhand herumkommt. Diesmal verschlägt es ihn unter anderem in ein geheimes Militärlager in New Mexiko und den Dschungel von Peru. Steven Spielberg hat es also wieder einmal geschafft und mit dem vierten Teil der „Indiana Jones“-Reihe Unterhaltungskino auf höchstem Niveau geschaffen, auch wenn dieser Teil das altbewährte Gefühl seiner Vorgänger nicht ganz hervorrufen kann. Dafür kommt Indiana Jones nach einem äußerst kitschigen Ende nun wohl doch endlich zu seiner wohlverdienten Ruhe.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner

Zusatzmaterial:
- Gewinnspiel