Inhalt: Als Mike Deerfield
(Jonathan Tucker)
nach seinem 18 Monate
andauernden
Einsatz im Irakkrieg
spurlos verschwindet, macht
sich sein Vater Hank Deerfield
(Tommy Lee Jones) auf die Suche
nach seinem vermissten
Sohn. Da sich die Behörden in
ihren Zuständigkeitsbereichen
nicht ganz einig sind, stellt
Hank nach kurzer Zeit eigene
Ermittlungen an. Im Verlauf
des Filmes unterstützt ihn,
gegen den Willen der Behörden,
die junge Polizistin Emily
Sanders (Charlize Theron). Diese
hat Mitleid mit dem teils
humorvollem aber auch sehr
steifen pensionierten Berufssoldaten.
Schon nach kurzer
Zeit lässt das rätselhafte Verschwinden
von Mike die Frage
aufkommen: „ Wurde Mike von
seinen eigenen Mitgliedern
des Platoons ermordet?“
Kritik: Paul Haggis zeigt in diesem
sehr intensiven
Film die wahre und lang
anhaltende Zerstörungskraft,
welche unter anderem in den
Irakkriegen an den daran beteiligten
Soldaten verübt wurde.
Ganz im Gegensatz zu seinem
letzten Film „L.A. Crash“, welcher
aus schnellen und Action
geladenen Handlungssträngen
bestand, die häufig parallel
zueinander liefen, wird dieser
Film in sehr langen und emotionalen
Bildern vermittelt. Der
Film „Im Tal von Elah“ konzentriert
sich ganz allein auf Hank
Deerfield (Tommy Lee Jones),
welcher verzweifelt nach seinem
vermissten Sohn sucht.
Das höchst umstrittene Thema
„Irakkrieg“ wird hiermit noch
einmal ganz bewusst in das
Gedächtnis des Zuschauers gerufen.
In äußerst ruhigen und
kritischen Bildern schildert der
Film die Erlebnisse von Mike
Deerfield (Jonathan Tucker)
während seines Irak-Einsatzes.
Paul Haggis verdeutlicht mit
diesem eindrucksvollen Werk,
wie stark die Folgen für die im
Krieg eingesetzten Soldaten
sind.
Im Verlauf des Filmes wird
klar, dass die dort erlebten
Situationen nicht in dem jeweiligen
Land zurück bleiben,
sondern mit in die Heimat reisen
und dort noch lange Zeit
später ihre Konsequenzen tragen
werden.
Kein anderer Schauspieler als
Tommy Lee Jones hätte besser
auf die Rolle des Vietnamveterans
Hank Deerfield gepasst.
Die teilweise zynische
und arrogante Art kommt so
überzeugend rüber, dass man
schnell nachvollziehen kann,
weshalb Hank teilweise so
leicht mit einigen doch sehr
harten Situationen umgeht.
Man erkennt rasch, dass Hank
trotz seiner harten Schale ein
sehr verletzlicher und sympathischer Mensch ist. Aber auch
die Rolle von Emily Sanders
wird sehr überzeugend von
Charlize Theron gespielt.
Emily, die alleinerziehende
Mutter, hegt schon nach kurzer
Zeit Zweifel an dem nach
außen hin nichts sagenden
Verschwinden von Mike Deerfield.
Der sich daraus ergebende
Zwiespalt zwischen den
einzelnen Behörden wird in
brillanter Form dargestellt. In
teilweiser ironischer und herablassender
Art setzt sie ihren
Willen durch und versucht
ihren Vorgesetzten zu beweisen,
dass auch Frauen in der
Lage sind, komplizierte Fälle
zu lösen.
Der Film „Im Tal von Elah“
lässt einen, trotz seiner recht
langen und ruhigen Erzählweise,
immer wieder in den Sessel
sinken und einen fassungslos
zusehen, welche krassen Gegensätze
und Vorgehensweisen
in der Army gepflegt werden.
Man versteht nach und
nach, wie stark viele Bereiche
durch Korruption, Lügen und
falschem Patriotismus geprägt
sind. Man möchte am liebsten
aufspringen und die Leute
„wachrütteln“. Jedoch erkennt
man zum Ende, dass dies noch
nicht mal möglich wäre, wenn
man direkt im Geschehen dabei
gewesen wäre.
Diese Geschichte, welche sich
durchaus in den Vereinigten
Staaten hätte abspielen können,
beweist mal wieder, dass
Paul Haggis ein enormes Feingefühl
in der Vollendung seiner
Werke besitzt.