Inhalt:
Jetzt wird´s der alten Hexe Surulunda allmählich zu bunt! Hat sich doch der oberfiese Zauberer Hieronymus schon wieder in ihr idyllisches Hexenhäuschen eingeschlichen, um an ihr wohl behütetes Hexenbuch heranzukommen. Ein Glück, dass ihr kleiner, ziemlich verfressener und deshalb etwas übergewichtiger Flugdrache Hektor (Synchronstimme: Michael Mittermeier) rechtzeitig zur Stelle ist. Surulunda muss handeln, die Zeit ist reif für eine Nachfolgerin. Hektor macht sich also auf die Suche nach einer würdigen Hüterin des Hexenbuches und landet mit selbigem und viel Getöse im Haus von Lilli (Alina Freund)! Als diese das Zauberbuch entdeckt, geht das Durcheinander auch schon los… Lilli zaubert nur Blödsinn. Erst „hext“ sie Affen in ihr Zimmer, verwandelt diese dann allesamt in Zicklein und setzt auch noch ihr Klassenzimmer unter Wasser. Hektor hat deshalb alle Hände voll zu tun, Lilli zu erklären, dass sie mit derlei bösen Zaubereien nie und nimmer Surulundas Nachfolgerin werden kann. Und während Lilli in ihrer „Probezeit“ schleunigst versucht, eine gute Hexe zu werden, ist der weltbeherrschungswillige Zauberer Hieronymus mit seinem nicht weniger durchtriebenen Mops Serafim schon wieder im Anmarsch, um endlich das Hexenbuch an sich zu reißen und sich so die Welt ein für alle Mal untertan zu machen...
Kritik: Die Verfilmung des Knister- Bestsellers, der sich weltweit über 10 Millionen Mal verkaufte, übernahm der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky, der sich einen Namen mit dem KZ- Drama „Die Fälscher“ gemacht hatte. Dieser Film brachte ihm sogar einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film ein. Er selbst wurde vor allem durch seine zwei Töchter zur Arbeit an „Hexe Lilli“ getrieben, die begeistert von der Idee waren, die Kinderbuch-Reihe auf der filmischen Leinwand zu sehen. Eine nette Kindergeschichte, die vor allem durch die Synchronisation vom bayerischen Comedian Michael Mittermeier auch die Erwachsenen sicherlich begeistern kann. Michael Mittermeier scheint perfekt zu sein, um einem ungeschickten, aber herzensguten, verfressenen Drachen seine Stimme zu leihen. Eine abenteuerliche Geschichte über ein kleines Mädchen, das sich als würdige Hexe erweisen muss, um das Hexenbuch von Surulunda zu hüten. Viel Schabernack, viele Spielereien und Lilli, die erstmal das Hexenbuch zu ihrem Vorteil, indem sie die Schulklasse verhext, nutzen möchte. Doch schnell erkennt sie, dass es mehr bedarf, sich als würdige Nachfolgerhexe zu beweisen. Vor allem der böse Zauberer Hieronymus ist ebenfalls auf der Jagd nach dem Hexenbuch, um die gesamte Menschheit seinem Willen zu unterjochen. Hexe Lilli und ihre Freunde müssen Mut beweisen, um gegen dessen „fiese“ Machenschaften anzukommen. Ruzowitzky spielt in diesen Szenen geschickt mit kindlichen Urängsten: Unter dem Einfluss des machtbesessenen Magiers verwandelt sich die Welt in einen grauen Ort, an dem Kinder arbeiten müssen. Erwachsene, die schon im Alltag wenig Zeit für ihre Kinder haben, werden zu roboterartigen Untertanen des Zauberers. Highlight im Film ist sicher der kleine 3D-animierte Drache, der tollpatschig die Abenteuer von Lilli begleitet. Michael Mittermeier verleiht dem Drachen durch seine Stimme Charme und Humor. Die Stimme scheint perfekt zu den Bewegungen und Aktionen des Drachens zu passen. Alina Freund spielt mit großer Begeisterung die kleine Lilli und kann der Darstellung des kleinen Drachen durchaus Paroli bieten. Im Gegensatz dazu wirkt der Bösewicht Hieronymus eher wie eine Lachnummer, der wohl Sympathien beim Kinopublikum einbringen soll. Leider wirkt dieser manchmal so lächerlich, dass man dessen Aktionen sowieso nicht ernst nehmen kann. Amüsant ist sein verhexter Kollege in Gestalt eines Mops, der die Geschichte durch seine sarkastischen und ironischen Kommentare etwas aufpeppt. Prinzipiell ein netter Film, der aber in seiner Umsetzung zu kindisch und zu übertrieben wirkt, als dass er ein guter Kinderfilm sein könnte. Einige amüsante Stellen und eine lustige Synchronstimme machen den Film zu netter Unterhaltung.