Filmtest Juni - Freche Mädchen

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Inhalt:
Mila (Emilia Schüle), Hanna (Selina Shirin Müller) und Kati (Henriette Nagel) sind beste Freundinnen. Sie halten zusammen in guten und schlechten Zeiten, vor allem bei Schulstress und Liebesproblemen. Davon gibt es bei den Mädchen genug: Hanna will an einer Castingshow teilnehmen, wovon ihr Freund Branko (Ben Unterkofler) nicht sehr begeistert ist. Kati verknallt sich in den neuen, coolen Mitschüler Brian (Wilson Gonzalez Ochsenknecht), der sich eher für die Gedichte von Mila für die Songtexte seiner Band zu interessieren scheint, was zu Streit und Eifersucht führt. Mila verliebt sich Hals über Kopf in den neuen, jungen Referendar Pit Winter (David Rott). Leider muss sie feststellen, dass auch ihre charmante, aber chaotische Mutter (Anke Engelke) ein Auge auf ihn geworfen hat. Oder findet sie in Wirklichkeit doch Markus (Jonathan Beck) ganz toll..?

Kritik:
Basierend auf der erfolgreichsten Mädchenbuchreihe auf dem deutschen Markt „Freche Mädchen- Freche Bücher“, die in 22 Sprachen übersetzt und weltweit über 7 Millionen Mal verkauft wurde, entstand eine Verfilmung des Jungendbuchthits über die gefühlsmäßigen Irrungen und Wirrungen dreier Teenies. Die Story wird aus der Sicht von Mila geschildert. Die Identifikation mit der jungen, sympathischen Darstellerin fällt sehr leicht. Man erlebt ihre Gefühlswelt durch ausgesprochene Gedankengänge, amüsante Tagträume und Comicszenen. Ob es nun der scharfe Referendar ist, der sich á la Mann aus der Coca Cola Werbung sexy seinen Pulli vom Leib streift, der sie leidenschaftlich auf der Schulbank knutscht oder die Vorstellung einer brennenden Schule, um peinlichen Situationen zu entgehen…Die amüsanten Einspielungen machen Spaß und man fühlt mit Mila, die den Alltag eines Teenagers durchlebt. Die Erwachsenen-Rollen stehen im Film auf jeden Fall im Hintergrund und werden auch nicht sonderlich ausgeführt. Zwar sind Anke Engelke, Piet Klocke und Armin Rohde gute Darsteller, werden aber viel zu blass in Szene gesetzt, um ihnen eine sonderliche Rolle im Film zuzuordnen. Sie wirken stereotyp, inszeniert und klischeehaft. Sie nehmen hier nicht die Position von Autoritätspersonen ein, sondern werden von ihren Kindern erzogen, was einen ironisch -lustigen Effekt beim Zuschauer hervorruft. Doch auch der coole Mädchenschwarm Brian, gespielt von Wilson Gonzalez Ochsenknecht, wirkt durch die Begrenztheit seiner Rolle flach und langweilig. Weiter zu bemängeln ist zum Bespiel die Szene, als sich die Mädchen in ihrem Liebeskummer gegenseitig trösten und alle in lautes Gewimmer und Geheule ausbrechen. Hier geht’s mehr um Show, was die Künstlichkeit des Filmes hervorhebt, statt den Zuschauer in die Welt eines Teenies wie bei „Juno“ eintauchen zu lassen. Auch das kitschige Ende grenzt vielmehr an Überzogenheit und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Der Film zeigt gute Ansätze durch sehr sympathische Darstellerinnen und eine lustige Story. Trotzdem kann er den Zuschauer durch mangelnde Ernsthaftigkeit und durch die teilweise total überzogene Darstellung von Emotionen nicht ganz mitreißen. Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Thema bleibt auf der Strecke. Das Wechselbad der Gefühle eines Teenies scheint nicht wirklich authentisch. Die Charaktere der Hauptdarstellerinnen sind viel zu brav inszeniert und erinnern nicht an „Freche Mädchen“. Trotzdem muss man schmunzeln und denkt während des Filmes an so manche Erlebnisse in seiner eigenen Jugend zurück. Leichte Unterhaltung für einen netten Kinonachmittag.

Punkte:

Autor: Christina Theodoridou