Filmtest Juni - Die Girls von St. Trinian

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Inhalt:
Das Mädchen-Internat St. Trinian ist bekannt für seine ungewöhnlichen und anarchistischen Lehrmethoden und steht kurz vor der Pleite. Der neue Bildungsminister Geoffrey Thwaites (Colin Firth) sieht dies gar nicht gerne und möchte das Internat auf dem schnellsten Wege von der Bildfläche verschwinden lassen. Doch die rebellischen Internatsschülerinnen wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Angeführt von der schrägen Direktorin und Thwaites Ex-Flamme Camilla Fritton (Rupert Everett) wollen sie mit einem riskanten Plan die Schule vor dem Bankrott bewahren. Während das Trio Chloe (Antonia Bernath), Chelsea (Tamsin Egerton) und Peaches (Amara Karan) an einem Wissensquiz in der National Gallery für St. Trinian antritt, nutzen die Schülerinnen um Kelly (Gemma Arterton) und Annabelle (Talulah Riley) währenddessen die Gelegenheit, in einer waghalsigen Aktion Jan Vermeers berühmtes Gemälde: „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ zu entwenden, um die Schulden für die Schule mit dem Bild eintreiben zu können. Wird die Aktion gelingen und schaffen es die Mädchen, ihr Internat vor der Schließung zu retten?

Kritik:
„Die Girls von St. Trinian“ ist ein Remake der bekannten „St.Trinian“-Filmserie (1954) von Frank Launder und Sidney Gilliat, basierend auf den Cartoons von Ronald Searle. Im Original verkörpert Alastair Sim die viktorianisch erzogene, aber liberale Direktorin. Damals erschien die Story um das Anarcho-Internat schockierend, heutzutage wirkt diese Geschichte eher harmlos und weniger bestürzend. In der Neuverfilmung von Oliver Parker und Barnaby Thomson spielt Rupert Everett die prägnante Direktorin des St. Trinian College. Sie verkörpert eine Mischung aus neckischer Dame und tuntigem Transvestiten, die sich gerne mal einen Whiskey genehmigt und zur Beruhigung gerne mal kifft. Sie ist auf jeden Fall das Highlight des Films und erheitert öfters die Gemüter der Zuschauer mit ihrem amüsant-tollpatschigem Auftreten und den witzigen Dialogen mit dem Minister, die voller Sticheleien sind. Die Mädchen von 1954 wurden in die Jetztzeit katapultiert und mit lauter, moderner Rockmusik, anarchistischen Witzen, Rebellion und Unabhängigkeit einer neuen Generation präsentiert. Leider wirkt all dies wenig anarchistisch für die heutige Zeit, sondern repräsentiert eher den „Alltag“ vieler junger Leute. Leider fehlen der Geschichte ansonsten amüsant-scharfe Dialoge. Die Protagonisten sind nicht markant genug gezeichnet, sondern eher schwach besetzt, um dem Zuschauer prägnant in Erinnerung zu bleiben. Der Story erscheint billig, geschmacklos, überholt und grob. Der Film ist voll von ausgebreiteten Stereotypen und strotzt vor Klischees. Das Kinostück ist „out“, mittelmäßig unterhaltsam und wirkt in keiner Weise so anarchistisch wie im Original. Untermauert wird die Story von lauter, dröhnender Pop-Musik, die so häufig über Ungereimtheiten und über fade Dialoge und Witze des Filmes hinwegtröstet. Die Zielgruppe sind sicherlich junge Mädchen, die die Ungereimtheiten der Story nicht bemerken, aber ein gewisses Gespür für den Geist des Originals mitnehmen werden. Am Rande ist aber eine Spur der Selbst-Verspottung vor allem auf Kosten von Colin Firths Karriere im Film nennenswert. Der Hund der Direktorin heißt Mr. Darcy (eine Anspielung auf „Briget Jones“) und eine Schülerin im Film brüllt, als beschlossen wird, das Bild aus der National Gallery zu stehlen: „ Kein Wunder, dass Colin Firth sie vögeln wollte...“

Punkte:

Autor: Christina Theodoridou

Zusatzmaterial:
- Gewinnspiel