Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates, u.v.a.
Drehbuch:
David Scarpa
Inhalt:
Die renommierte Wissenschaftlerin Dr. Helen Benson (Jennifer Connelly) trifft auf den Außerirdischen Klaatu (Keanu Reeves), der durchs Weltall gereist ist, um die Menschheit vor einer globalen Katastrophe zu warnen. Doch die Mächtigen der Welt sehen in dem Außerirdischen einen Feind und verweigern Klaatu die Möglichkeit, mit ihnen zu sprechen. Helen und ihr Stiefsohn Jacob (Jaden Smith) entdecken schnell, welche tödlichen Konsequenzen sich aus Klaatus Anspruch „ein Freund der Welt zu sein“ ergeben können. Nun muss Helen einen Weg finden, das Wesen, das geschickt wurde, um die Menschen zu zerstören, davon zu überzeugen, dass es sich durchaus lohnt, die Bewohner der Erde zu schonen. Aber vielleicht sind alle Mühen schon umsonst. Denn der Zerstörungsprozess der Erde hat bereits begonnen...
Kritik: Basierend auf dem Klassiker aus dem Jahre 1951 von Robert Wises, wagt sich Regisseur Scott Derrickson („Der Exorzismus der Emily Rose“) an eine zeitgenössische Neuverfilmung. Der Einstieg in die Story á la „Independence Day“ ist äußerst spannend... Ein unbekanntes Flugobjekt nähert sich der Erde, Wissenschaftler werden ins Krisenzentrum der Regierung geordert, um das rätselhafte, fliegende Ding zu identifizieren, die Zeit rennt..... Doch wer landet in Washington und steigt aus dem Raumschiff bzw. der Lichtkugel? Klaatu - ein Außerirdischer in körperlicher Gestalt- mit seinem riesigen Roboter- Bodyguard Gort, der bei Gewalteinwirkungen auf ihn oder Klaatu alles zerstört, was in seine Nähe kommt. Der Repräsentant einer außerirdischen Allianz wurde geschickt, um der Erde seine Botschaft zu vermitteln. Doch die amerikanische Regierung, allen voran Kathy Bates als Außenministerin, erkennt nicht seine Intention und möchte ihn verhören und einsperren. Für Klaatu ist klar: Die Erde ist nicht mehr zu retten, zu aggressiv reagieren sie auf ihn und wollen ihm nicht zuhören. Außerdem ist er sich sicher, dass die menschliche Rasse zerstörerisch ist und mit dem Planeten Erde nicht würdevoll umgeht. Allein Helen erkennt, wie wichtig es ist, Klaatu vom Gegenteil zu überzeugen, denn er ist gekommen, um die Menschheit vor sich selbst zu warnen. Wenn die Menschen ihre Zerstörungswut nicht stoppen, müssen sie zum Wohle des gesamten Universums vernichtet werden. Doch wie überzeugt man ein emotionsloses, fremdartiges Alien von der Güte der Menschheit und dass sich deren Fortbestand lohnt? Hier stockt der Film. Eigentlich ist dies eine super spannende Idee, die viel Raum für Emotion und Tiefgang geboten hätte, doch stattdessen hapert es hier in der Story. Helens Sohn Jacob schafft es den roboterähnlichen Klaatu von der guten Seite des Menschen zu überzeugen. Das kleine Kind dient hier als Repräsentant für eine ganze Menschheit. Dies wird in einer Szene untermauert, die in keiner logischen Konsequenz den Umschwung von Klaatu hervorrufen kann. Als würde der Regisseur auf das Kindchen- Schema des Zuschauers hoffen, damit dieser die Wandlung der Geschichte auch emotional mittragen kann und dieser seinen Verstand hier mal eine halbe Stunde außen vor lässt. Das kleine Kind weint- Diese Szene reicht: Klaatu ist überzeugt! Die Menschen haben eine andere Seite. Kann dies die logische Schlussfolgerung sein, dass die Welt ihren Fortbestand verdient hat? Diese Szene wirkt einfach nicht überzeugend, inkonsequent und unauthentisch und zerstört jegliche Spannung und Glaubwürdigkeit der Geschichte. Schnell ist man entzaubert, obwohl der Film sicher durch seine atmosphärische Darstellung der Apokalypse gewinnen kann. Die visuelle Umsetzung der fremdartigen Sphären und die Panik, die auf der Erde ausbricht, sind aufregend inszeniert, auch wenn dies in anderen Katastrophenfilmen schon besser gelungen ist. Schade ist, dass die Cliffhanger des Filmes bereits im Trailer gezeigt werden und eigentlich nichts interessantes mehr dazu kommt. Platte Sprüche wie: „Du musst ihn nicht mit deinem Herz sondern mit deinem Verstand überzeugen“ hauen den Zuschauer nicht vom Hocker, sondern lassen ihn allein mit der Frage, warum Klaatu die Welt eigentlich retten sollte. Ein leider zu oberflächlich inszenierter Science Fiction- Verschnitt, mit guten Special Effects und Darstellern, der seine wirklich interessante Idee nicht logisch umsetzen kann. Zumindest die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema nach dem Film ist sicherlich lohnenswert.