Inhalt: Der Tatsache, dass
teure Privatschulen
einem
Schüler zwar oft,
aber eben nicht
immer weiterhelfen können
und das investierte Geld der
Eltern aus einem Jungen, der
an notorischer Schulunlust
leidet und vielmehr um seine
Beliebtheit besorgt ist als
um seine guten Noten, noch
lange keinen Musterknaben
formen können, musste sich
auch Charlie Bartlett (Anton
Yelchin) bewusst werden.
Einmal mehr ist der Junge
einer kostenintensiven
und angesehenen Lehranstalt
verwiesen worden, da
er versucht hatte durch das
Fälschen von Führerscheinen
sein Image als Sonderling
aufzupolieren.
Für seine Mutter (Hope Davis)
gibt es nur noch eine Lösung:
Charlie wird vom heutigen
Tage an eine öffentliche
Schule besuchen.
Schnell bemerkt der reiche
Spross, dass hier eine andere
Atmosphäre herrscht und er
sich an seine Mitschüler anpassen
muss.
Zudem macht ihm der aggressive
Murphy Bivens (Tyler
Hilton) den Schulalltag
zur Hölle.
Eines ist sogleich klar: an dieser
Schule wird Charlie nicht
mit Dollarscheinen punkten
können, um sich Sympathie
zu verschaffen.
Doch schon bald findet der
Neue einen Ausweg aus seiner
Situation.
Er verkauft die ihm verschriebenen
Antidepressiva an seine
Mitschüler, welche diese
mehr zu benötigen scheinen
als er.
Denn der junge Bartlett ist
nicht auf Medikamente angewiesen,
sondern vielmehr auf
die Beachtung durch seine
Klassenkameraden, welche
er sich durch diesen Verkauf
verdient.
Schließlich schließt Charlie
sogar mit seinem Widersacher
Murphy Frieden und
macht ihn zu seinem „Geschäftspartner“.
Einige Wochen später hat der
jugendliche Dealer das Vertrauen
der gesamten Schülerschaft
errungen und betreibt
auf der Toilette eine
Psychotherapeutenpraxis, in
welcher er den anderen Jugendlichen
ein offenes Ohr
für ihre Probleme schenkt,
wie er es selber niemals zuvor
erfahren durfte.
Der Direktor Herr Gardner
(Robert Downey Jr.) bemerkt
allerdings auch, dass sich
das Schulklima seit Charlies
Kommen stetig verändert hat
–und dies nicht unbedingt
nur zum Positiven-.
Zudem spricht er sich gegen
ein sich anbahnendes Verhältnis zwischen Charlie und
seiner Tochter Susan (Kat
Dennings) aus und behält
den Jungen im Auge.
Dass diese Situation früher
oder später eskalieren muss,
ist vorprogrammiert.
Fragt sich nur, wie Charlie
sich dieses Mal aus der Misere
retten wird…
Kritik: Das Positive zum Einstieg:
Anton Yelchin ist absolut
die richtige Besetzung
für diesen Film. Er verkörpert
den zuerst so unscheinbaren
und psychisch belasteten Jungen
mit solch einer Authentizität,
dass wirklich jeder ihm
diese Rolle abnimmt.
Sehr erfreulich ist, dass der
Neureiche einmal nicht als
der Arrogante und Überhebliche
da steht, sondern als
der Verletzliche mit allen
seinen Problemen, welche
eben auch ein gutes Elternhaus
nicht verschonen und
ihn somit umso menschlicher
erscheinen lassen. Besonders sehenswert sind
die Filmmomente in denen
der Nachwuchsschauspieler
mit Hope Davis schräg singend
am Klavier sitzt und man
wirklich das Gefühl hat, seine
ganze Lebens- und Spielfreude
zu verspüren.
Als Zuschauer nimmt man
wahr, wie sich nicht nur die
Lebensumstände um Charlie
herum ändern, sondern auch,
wie der Junge selbst in einen
Läuterungsprozess hineingerät.
Auch wenn „Charlie Bartlett“
als Teeniekomödie konzipiert
ist, werden doch einige sehr
heikle Themen angesprochen,
die uns alle etwas angehen
und der Auslöser zahlreicher
Diskussionsrunden sind.
Leider verpasst es der Film,
diese wirklich ernsten Themen
wie z. B: Medikamentenabhängigkeit,
Depression,
Jugendgewalt, Alkoholsucht,
etc. in ihrer ganzen Tragweite
zu präsentieren.
Dieser Film ist einfach so herrlich amerikanisch:
Erwachsene sprechen die
Probleme der Jugendlichen
an und kritisieren diese dafür,
aber weder wird ein realisierbarer
Vorschlag aus
diesen Problemen hinaus
hervorgebracht, noch findet
ein Dialog zwischen Heranwachsenden
und Eltern, Lehrern,…
statt.
Man könnte jetzt damit argumentieren,
dass der Film
unter dem Genre „Komödie“
läuft und deshalb eben auch
ein Happyend gefordert ist.
Es ist wohl eher eine Tragödie,
wenn man miterleben
muss, wie Anton Yelchin den
„Dr. Sommer in spe“ mimen
muss, da ihn sonst niemand
unterstützt.
Auf der anderen Seite möchte
der Kinobesucher dann
ebenfalls erfahren, weshalb
überhaupt diese meist ausweglos
verlaufenden Situationen
geschildert werden und
dennoch alles in einem illusionistischen
„happily-ever-after“ endet.
Der Zuschauer muss sich einfach
bewusst werden, ob er
eine unterhaltende Komödie
erwartet oder wirklich einen
sinnvollen Denksatz bzgl. der
Problemlösung.
Letzteres wird er nämlich garantiert
nicht finden, denn
dafür spielt der Film zu sehr
mit den bekannten Stereotypen
der abgestürzten Jugend
von heute.
Bitte begehen Sie nur nicht
diesen einen Fehler und suchen
nach einer tieferen Botschaft
des Filmes.
Obwohl, eine etwas fragwürdige
Botschaft gibt es dann
doch zu guter Letzt:
Wenn man heutzutage als
Schüler nicht weinend oder
mit einer Tüte Smiley-Pillen
in der Tasche durch das
Schulhaus läuft, nicht in irgendwelche
Beziehungsprobleme
verwickelt ist und man
vielleicht sogar noch gerne
in die Schule geht…dann ist
man garantiert nicht normal! Dem Kinobesucher bleiben
demnach nur zwei Optionen:
Entweder das Gehirn für einen
Zeitraum von ca.100 Minuten
ausschalten, das Popcorn
genießen und sich von
diesem „Feel-Good-Mainstream-
Movie“ mitreißen lassen
oder das Geld sparen.