Filmtest Mai - Bank Job

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte - Zusatzmaterial

Inhalt:
„Bank Job“ basiert auf einer wahren Begebenheit, die sich im Jahre 1971 in den Straßen Londons zutrug: Terry Leather (Jason Statham) leitet einen Autoverkauf und schafft es nur schwer sich und seine Familie mit dem Profit über Wasser zu halten. Einmal mehr steht Terry fast vor der Pleite, als er unerwartet Martine Love (Saffron Burrows), eine ehemalige Bekannte, wieder trifft, welche ihm unvermittelt ein aussichtsreiches Angebot unterbreitet, das ihm aus seiner finanziellen Misere retten könnte. Mrs. Love gibt vor, den genialsten Bankraub aller Zeiten organisieren zu können. Für die Durchführung des Planes benötige sie allerdings die Hilfe Terrys. Da Familienvater Leather jedoch an seinen Ganovenqualitäten zweifelt, bittet er kurzerhand seine Bekannten, darunter den ehrgeizigen Fotografen Kevin und den Amateur-Pornodarsteller Dave, um Mithilfe und verspricht ihnen hierfür einen vereinbarten Beuteanteil. In den folgenden Tagen wird das Vorhaben in die Tat umgesetzt und die Einbrecherbande in spe mietet sich im Nebengebäude der Lloyds Bank in der Baker Street einen Laden, um sich in aller Ruhe zu den mit Diamanten und Juwelen gefüllten Schließfächern vorschaufeln zu können. Soweit läuft alles wie geschmiert… Bis den Laiengangstern das eigentliche Ausmaß ihrer Tat bewusst wird und sie begreifen, dass Martine Loves Angebot nicht auf ihrer eigenen Habgier oder Geldnot basiert, sondern Terrys Jugendfreundin in ganz anderen Schwierigkeiten steckt. Doch zu diesem Zeitpunkt sitzen ihnen bereits die Geheimdienste MI5 und MI6, sowie diverse Größen der Londoner Unterwelt im Nacken. Das Spiel gegen die Zeit hat längst begonnen…

Kritik:
Im September 1971 waren die Zeitungen Englands voll von diesem einmaligen Bankraub, welcher sich in dieser Weise nie zuvor ereignet hatte. Allerdings verhängte die britische Regierung nur 4 Tage nach der Tat eine so genannte „defence notice“, die besagt, dass die Medien aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht weiter über diesen Fall berichten dürfen. Die Einzelheiten des Einbruchs sind bis zum heutigen Tage ungeklärt. Man vermutet, dass die Connections von einflussreichen Gangstern, über Polizeiangestellte und Geheimdienstler bis zu Angehörigen des britischen Königshauses reichen. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb einige Akten des Falles noch bis zum Jahre 2055 unter Verschluss bleiben werden und somit für die Öffentlichkeit unzugänglich sind. Für „Bank Job“- Produzent Steven Cashman („The Transporter“, „Crank“) stellte demnach die Recherche ein schwierige Aufgabe dar und nur wenige Charakterezum Beispiel die des Unterweltbosses Mr. Vogel (David Suchet)- basieren tatsächlich auf realen Personen. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass Steven Cashman an einigen Stellen improvisieren musste, ist ihm zusammen mit Regisseur Roger Donaldson (u.a. „The Bounty“) ein packendes Thriller-Drama gelungen, welches die Spannung bis zum Schluss erhält. Am Anfang ist es für den Zuschauer durchaus knifflig die verschiedenen Handlungsorte und Charaktere in den umfassenden Gesamtzusammenhang einzuordnen. Obwohl sich dies im Verlauf des Filmes ändert, bleibt die Frage, ob es wirklich notwendig gewesen wäre, jeden einzelnen Charakter mit einer langen Vor- und Familiengeschichte auszustatten, da die Handlung an sich bereits soviel Material bietet und so den Kinobesucher in dieser Fülle leicht überfordern kann. Dennoch ist diese britische Variante von Ocean’s 11 im 70er- Jahre Stil ist eine erfrischende Abwechslung zu dem Packet der amerikanischen Gangsterfilme und Stereotypen von denen der Zuschauer glücklicherweise verschont bleibt.

Punkte:

Autor: Sonja Mayer

Zusatzmaterial:
Gewinnspiel