Filmtest April - Badland

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte - Zusatzmaterial

Inhalt:
Ex-Marinesoldat Jerry (Jamie Draven) kehrt aus dem Irak zurück und steht vor einem Leben in Trümmern. In ärmlichsten Verhältnissen lebt er mit seiner Frau Nora (Vinessa Shaw)und seinen drei Kindern auf einem Schrottplatz. Geprägt durch seine traumatischen Erlebnisse im mittleren Osten verfällt er in Depressionen, die er in Wutanfällen, Heulkrämpfen und Nasenbluten herauslässt. Als er eines Tages herausfindet, dass seine Frau das wenige Geld, das die Kinder durch Zeitungsastragen verdienen, vor ihm versteckt, verspürt er Enttäuschung und blinde Wut, und so lässt er sich zu einer furchtbaren Tat hinreißen: Er erschießt seine Frau, und zwei seiner Kinder. Nur den Mord an seiner kleinen Tochter Celina bringt er nicht übers Herz und so beschließt er, sie auf seine Flucht mitzunehmen. Die beiden tauchen in einer typisch amerikanischen Kleinstadt ab, in der er Oli (Chandra West) kennenlernt und in ihrem kleinen Diner einen Job in der Küche übernimmt. Während der Arbeit lernt er auch Max (Joe Morton) kennen, der gerade aus dem Irak zurückgekehrt ist und seinen alten Job als Sherriff wieder aufgenommen hat. Jerry wird durch die Parallelitäten in Sachen Irak zu Max‘ Vertrauensperson, als Max jedoch von Jerrys wahrer Identität erfährt ist dessen neu aufgebautes Leben wieder in Gefahr.

Kritik:
Mit „Badland“ greift Francesco Lucente ein ernstes Thema auf, denn Jerrys Posttraumatische Belastungsstörung (engl.: Posttraumatic Stress Disorder, PTSD)ist keineswegs eine Erfindung seinerseits. So leiden viele Irakrückkehrer an psychischen Problemen und werden mit ihren Sorgen vom Staat alleingelassen. Ebenso auch Jerry, den Jamie Draven, bekannt als Billys Bruder in „Billy Elliot“ verkörpert. Er bringt den verzweifelten, psychisch instabilen Familienvater, der seine Frau und Kinder umgebracht hat sehr natürlich und emotional rüber und lässt den Zuschauer tief in seine Gefühlswelt eintauchen. Auf dessen Flucht ist Jerrys kleine Tochter Celina sein einziger Lichtblick. Sie war bereits in ihrem zuhause vor Jerrys schrecklicher Tat sein größter Unterstützer und sorgt sich auch auf der Flucht rührend um ihn. Sie versucht durch Gebete und Gespräche mit Gott ihren Vater zu retten und die Familie wieder zusammenzuführen. So nimmt die Beziehung zwischen Vater und Tochter einen hohen Stellenwert in der Geschichte ein und so ist es positiv zu sehen, wie diese ernste Rolle von Jungschauspielerin Grace Fulton derart überzeugend verkörpert wird. Der Kleinstadtsheriff Max, der von Hollywood-Routinier Joe Morton gespielt wird, steht für einen innerlich zerrütteten Mann, der bei Jerry Hilfe und Unterstützung sucht. Umso dramatischer ist es, dass Jerry selbst psychisch nicht in der Lage ist, das im Irak erlebte zu verarbeiten. Joe Morton spielte in „Badland“ nicht nur eine der zentralen Figuren der Geschichte sondern steuerte auch gleich noch einen eigenen Song für den Soundtrack bei. Sowieso spielt die Musik während des gesamten Films eine wichtige Rolle. Sie untermalt die Handlung, sowie die Beziehungen zwischen Jerry und den anderen Figuren und trägt zu ihrer Tiefe bei. Die teils wunderschönen Landschaftsbilder runden dieses fesselnde, traurige und teils erschreckende Drama ab.

Punkte:

Autor: David Habermann

Zusatzmaterial:
- Interview mit Joe Morton
- Gewinnspiel