Australia    
 
Originaltitel: Australia
Kinostart (Deutschland): 25.12.2008
FSK: 12
Länge: 166 Minuten
Verleih: 20th Century Fox
Regisseur: Baz Luhrmann
Darsteller: Nicole Kidman, Hugh Jackman, Brandon Walters, u.v.a.
Drehbuch: Stuart Beattie, Baz Luhrmann
 
Inhalt:
Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges reist die britische Aristokratin Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman) nach Australien. Dort muss sie sich mit einem raubeinigen Viehtreiber (Hugh Jackman) verbünden, um die Rinderfarm ihres Mannes zu retten. Ihr gemeinsames Abenteuer führt das ungleiche Paar Hunderte von Meilen durchs unwegsame Outback bis nach Darwin: eine Reise, die ihr Leben für immer verändern wird...
 
Kritik:
Baz Luhrmann visualisiert seine selbst verfasste Originalstory in einem bildträchtigen Kinoerlebnis mit zwei australischen Superstars: Nicole Kidman und Hugh Jackman. Das groß angekündigte Epos präsentiert sich als Mischung aus Romantik, Action, Abenteuer und Dramatik, in Zeiten des zweiten Weltkrieges. Zusätzlich thematisiert Baz Luhmann die Geschichte der „Stolen Generation“, der Aborigine-Kinder, die gewaltsam ihren Familien entrissen und in kirchliche Einrichtungen gesteckt wurden, da Mischlinge zur damaligen Zeit in der australischen Gesellschaft nicht akzeptiert waren. Die Geschichte beginnt 1939 mit Lady Sarah Ashley - eine eigensinnige, arrogante, durch ein oberflächliches Leben frustrierte Frau, gefangen in einer lieblosen Ehe. Der Verdacht, dass ihr Mann sie während seiner Reise in Australien betrügt, treibt sie in das ferne Land, um ihn zur Rede zu stellen. In Darwin angekommen beginnt jedoch eine andere Reise für die verklemmte und gehemmte Sarah. Sie muss erkennen, dass ihr Mann durch landhungrige Viehzüchter ermordet wurde. Dessen Ranch „Faraway Down“ ist in Gefahr und sie muss dafür die Verantwortung übernehmen. Zusätzlich begegnet sie dem raubeinigen Viehtreiber Drover - ein Arbeiter ihres Ehemannes, dessen ungehobelte und wilde Art sie am Anfang überhaupt nicht ertragen kann. Wie in jeder dramatischen Liebesgeschichte, können sich die beiden anfangs nicht leiden, sticheln und streiten die ganze Zeit, doch auf ihrer gemeinsamen Reise entdecken die beiden Streithähne ihre Liebe für einander, mitten im „Never, Never“. Erzählt wird die Geschichte aus dem Off vom kleinen Mischlingsjungen Nullah, halb-weiß, halb Aborigine, der auf der Farm „Faraway Down“ lebt. Dort begegnet Sarah diesem außergewöhnlichen Jungen und entwickelt schnell Muttergefühle für ihn. Der Bösewicht der Story ist Neil Fletcher (David Wenham), ein Handlanger der bösen Viehzüchter-Bande, der wohl auch irgendwie am Mord von Sarahs Ehemann beteiligt war. Um die Ranch zu retten, müssen Sarah und Drover die 1.500 Rinder zum Hafen nach Darwin bringen und gegen die bösen Machenschaften von Fletcher ankämpfen… Was kann man über dieses hoch budgetierte Leinwandepos sagen? Vielleicht hätte Baz Luhrmann sich für den einen Handlungsstrang der „Stolen Generation“ entscheiden sollen, der einzig wirklich interessante im Film, statt die dramatisch-grausame Geschichte als Aufhänger zu nutzen und diese in einen kitschigen, abgedroschenen, teilweise unplausiblen viel zu langen 3-stündigen Western zu packen. Es wäre dann vielleicht ein grandioser Film geworden. Stattdessen reißt der Regisseur diverse ernste Themen nur an, statt sie zu vertiefen, wie beispielsweise den Kriegsangriff der Japaner auf Darwin 1942. Alleine die wunderbare, charismatische Darstellung des Nullah lässt über so manches hinweg sehen. Baz Luhrmann wollte wohl ein Epos á la „Vom Winde verweht“ kreieren, welches leider aufgrund seiner zu hohen Kitschrate und der vielen Handlungsstränge nicht wirklich auf den Zuschauer wirken kann. Der gehoffte Zauber, den Baz Luhrmann sonst mit seinen Filmen versprühen kann, kommt hier nicht an. Zu computeranimiert wirken die Landschaftsbilder, um dem Film eine poetische Dimension zu verleihen, zu klischeehaft die Story und die Charaktere.
 
Punkte 6 von 10 mögl. Punkten
Autor: Christina Theodoridou
 
 
 
 


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