Filmtest Juli - Akte X - Jenseits der Wahrheit

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Inhalt:
Inmitten einer verschneiten Kleinstadt in Virginia verschwindet eine FBI-Agentin, in ihrem Haus werden Spuren von Blut gefunden. Sofort beginnt das FBI mit einer groß angelegten Suchaktion. Dabei greifen sie auf die Hilfe des ehemaligen Paters Joseph Crissmann (Billy Connolly) zurück. Diesen plagen seltsame Visionen, in denen die verschwundene Frau vorkommt. Und tatsächlich finden die Beamten dank der Hilfe des Paters in einem verschneiten Gelände nahe des Tatorts einen männlichen Arm, dessen Blut mit dem aus dem Haus übereinstimmt. Doch woher wusste der Pater davon? Um dies zu klären versucht das FBI Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) wieder für sich zu gewinnen. Beide haben mittlerweile ihren Dienst quittiert und gehen anderen Tätigkeiten nach. Doch der Fall weckt ihr Interesse und sie sprechen mit Pater Joseph. Dieser bekommt neue Visionen bezüglich der Agentin, doch sie schwebt in großer Gefahr. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Kritik:
Das Warten auf etwas hat sowohl seine schlechten als auch seine guten Seiten. Einerseits kommt einem die abzuwartende Zeit ungeheuer lang und unerträglich vor. Andererseits gibt es ja bekanntlich keine schönere Freude als die Vorfreude und diese gestaltet das Ausharren dann doch um einiges leidlicher. Für alle Anhänger der TV-Serie „Akte X“ hat das Warten nun ein Ende. Denn sechs Jahre nachdem die Serie, nach insgesamt neun Staffeln, zu einem Ende kam und zehn Jahre nach dem ersten Kinofilm „Akte X – Der Film“, kommt nun mit „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ ein weiterer Spielfilm für alle Fans des Mysteriösen und Unheimlichen in die Kinos. Aber genau diesen Anforderungen wird „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ zu beinahe keinem Zeitpunkt gerecht, denn unheimlich und mysteriös geht es hier nur ganz selten zu. Zwar vermag die Geschichte um das geheimnisvolle Verschwinden einer FBI-Agentin anfangs noch zu fesseln, je weiter die Story jedoch voranschreitet, desto mehr gleitet sie ins Abstruse und Unlogische ab und verliert letzten Endes jegliche Spannung. Auch der mysteriöse Anteil hält sich in Grenzen und beschränkt sich auf einen ehemaligen Priester, der ab und zu die ein oder andere Vision bekommt und so den Fall voran treibt. Eine genaue Auflösung, woher der Mann seine übersinnlichen Kräfte hat, erfährt man jedoch nicht. Schlimm genug, dass es der Film nahezu nicht schafft Anspannung beim Zuschauer zu kreieren, er schafft es auch noch durch überflüssige und völlig sentimentale Szenen unnötig langatmig zu werden. Immer wieder unterbrechen zähe Dialoge über denn Sinn der Mission, des Ganzen an sich oder sonst irgendein belangloses Thema, die meist vor Kitsch nur so strotzen, das Geschehen. Diese wurden nur zu einem einzigen Zweck eingebaut: um den Film künstlich in die Länge zu ziehen. Dem Regisseur und gleichzeitig Schöpfer der Serie, Chris Carter, ist bei dem Versuch aus einer normalen Folge einen Spielfilm zu generieren wohl nicht mehr eingefallen und darunter leidet der Film enorm. Lediglich die Leistungen der Darsteller helfen „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ dabei, nicht vollständig unzulänglich zu geraten. Vor allem Billy Connolly verkörpert den von Visionen geplagten Ex-Priester äußerst ansprechend und glaubhaft. Aber auch die Serien-Hauptdarsteller David Duchovny und Gillian Anderson erledigen ihre Aufgabe gewohnt routiniert und souverän. Und sogar Alvin Joiner, besser bekannt als Gangster-Rapper und Auto-Pimper Xzibit mimt einen sehr überzeugenden FBI-Agenten. Dennoch „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ schafft es weder die Erwartungen der Fans zu erfüllen, noch wirklich zu unterhalten. Es bleibt wohl nichts anderes übrig als auf einen neuen Teil zu warten, das hat aber sowohl gute als auch schlechte Seiten.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner